Die Geschichte von Eventus

Die junge Draenei lag in ihrer Kammer in der Exodar auf ihrem Bett. Nach einem langen Tag, an dem sie Im Training mit ihrem Meister ein Totem nach dem Anderen in den Boden gerammt hatte, war sie erschöpft zurückgekehrt. Sie hatte nur noch schnell eine Dusche genommen, um den Schweiß des Tages abzuwaschen und dann ein paar Manakekse geknabbert, die ihr ein befreundeter Magier überlassen hatte. Dann fiel sie ins Bett. Schnell sank sie in tiefen Schlaf.

Von Rumpeln und Knirschen, dem großen Knall und den Explosionen bekam sie nichts mit. Die Exodar rammte mit der Seite an der Fortunis Kammer lag einen hohen Berg auf der Blutmythosinsel. Fortuni erwachte nicht aus ihrem Schlaf. Die Wände der Kammer barsten unter dem Druck des Gesteins und sie wurde aus dem Bett geschleudert. Noch immer zeigte sie keine Reaktion. Nur ihre Augen zuckten unter den geschlossenen Lidern unruhig hin und her.

In ihrem Traum befand sie sich auf einer grünen Wiese. Vegetation und Tierwelt wirkten fremd. Aus der Ferne hörte man das leise Plätschern von Wasser. In diese Richtung lenkte Fortuni ihre Schritte. Schon nach wenigen Minuten konnte sie einen kleinen Teich ausmachen. Je näher sie dem Geräusch kam, desto mehr konnte sie erkennen.

Eine Quelle sprudelte ihr klares, kaltes Wasser in den kleinen Teich. An der anderen Seite hatte sich ein Bach gebildet, durch den das Wasser abfloss und in der Ferne verschwand. Der Teich war voller Leben, Fische schwammen durch das Wasser, Frösche hüpften hoch und fingen Fliegen, Libellen und Schmetterlinge zogen über dem Wasser ihre Bahnen.

Plötzlich fiel ihr blick auf eine Gestalt, die am Rand des Wassers auf der Wiese saß. Sie näherte sich langsam dieser Gestalt. Es wart ein sehr alter Draenei, der dort am Wasser saß. Seine Haut war hell und die wenigen Haare, die er hatte, glänzten schlohweiß. Er trug eine lange, weiße Robe und neben ihm auf der Wiese lag ein langer Stab aus filigran geschnitztem, uraltem Holz.

Wenige Meter vor ihm blieb Fortuni stehen. Der Alte hob den Kopf und musterte die Gestalt der jungen Draenei, die dort stand. "Du musst Fortuni sein. Ich habe schon auf Dich gewartet. Komm, bleib ein Wenig und höre zu." Fortuni setzte sich neben den Alten an den Rand des Teichs. Tiefes Schweigen legte sich über die Beiden. Fortuni wartete. Sie hörte das Plätschern der Quelle, das Surren der Insekten, das Zwitschern der Vögel, das Quaken der Frösche und sogar das Rauschen der Grashalme in der leichten Brise. Eine ganze Weile saßen die zwei Draenei so nebeneinander. Reglos und schweigsam.

Nach einer Ewigkeit sprach der Alte:
"Die Geißel, die brennende Legion, Dämonenhorden fallen in Kalimdor, den östlichen Königreichen und der Scherbenwelt ein.
Unschuldige werden getötet.
Mach dich auf die Suche Fortuni.
Finde neue Verbündete in dieser neuen Welt.
Schare sie um Dich.
Kämpfe mit ihnen Seite an Seite.
Beschütze die Unschuldigen.
Besiege das Böse.
Das ist Dein Schicksal und das deiner Freunde.
Ihr seid das Schicksal.
Ihr seid Eventus."

Die Gestalt des Alten begann zu verblassen und mit ihm auch die Wiese, der Teich, die Tiere. Langsam kam Fortuni wieder zu sich. Der Traum verschwand und dafür kam der Schmerz. Mit großer Anstrengung gelang es ihr, die Augen zu öffnen. Gleißendes Licht blendete sie. Mühsam drehte sie ihren Kopf. Sie befand sich anscheinend in der Krankenstation der Exodar. Neben ihrem Bett saß ihr Meister auf einem Stuhl, die Augen geschlossen. Er sah sehr erschöpft aus. "Meister? Was ist passiert?" brachte sie unter Röcheln hervor. Er schreckte auf. "Fortuni, Du bist wach. Den Göttern sei Dank. Ich dachte schon, wir hätten Dich für immer verloren."

Dann begann er zu erzählen. Vom Absturz, von den vielen Verletzten, den Toten und dass man sie erst mehrere Tage nach dem Absturz aus ihrer Kabine hatte bergen können. Er erzählte ihr von der neuen Welt, der alten Scherbenwelt, dem Kampf gegen die Geißel und die brennende Legion. Den Monstern und Dämonen. Da wurde Fortuni klar, was der Alte Draenei aus ihrer Vision gemeint hatte. Sie wusste, was sie zu tun hatte. Aber erst mal musste sie wieder zu Kräften kommen und gesund werden. Ihre Wunden, Prellungen und Quetschungen mussten zuerst verheilen, bevor sie aufbrechen und ihrem Schicksal entgegen treten konnte. Aber eines wusste sie:

Ich bin Eventus und ich werde nicht alleine kämpfen.

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